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Spondylosen beim Hund: Ursachen, Symptome und Behandlung

Unsere Fellnase
14. Aug. 2024
3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 6 Stunden

Älterer Hund streckt sich nach dem Aufstehen, Spondylosen beim Hund
Steif nach dem Aufstehen? Spondylosen sind häufig, aber oft harmlos

Beim Röntgen fällt es oft zufällig auf: knöcherne Zacken oder Brücken zwischen den Wirbeln. Die Diagnose Spondylose (genauer: Spondylosis deformans) verunsichert viele Halter. Doch nicht jede Spondylose verursacht Beschwerden.

In diesem Ratgeber erfährst du, was Spondylosen sind, warum sie entstehen, wann sie Schmerzen machen, wie sie behandelt werden und wie du deinen Hund im Alltag unterstützt.

Was sind Spondylosen?

Spondylosen sind knöcherne Zubildungen (Spondylophyten) an den Rändern der Wirbelkörper. Sie entstehen meist an der Unterseite der Wirbelsäule, vor allem im Bereich der Brust- und Lendenwirbel und am Übergang zum Kreuzbein. Wachsen sie zusammen, bilden sie Brücken, die den Wirbelabschnitt versteifen.

Röntgenbild der Wirbelsäule eines Hundes mit Spondylosen
Röntgenbild: grüne Pfeile ohne Spondylosen, gelbe Pfeile einzelne Spondylosen, rote Pfeile Spondylosen im Endstadium (Wirbelbrücken)

Wichtig zu wissen: Spondylosen sind sehr häufig und oft ein Zufallsbefund. Viele ältere Hunde haben sie, ohne Beschwerden zu zeigen. Sie gelten als Reaktion des Körpers auf eine veränderte Belastung oder Instabilität der Bandscheiben.

Ursachen und Risikofaktoren

  • Alter: Mit den Jahren verlieren die Bandscheiben an Elastizität.

  • Rasse: Häufig betroffen sind zum Beispiel Boxer, Deutsche Schäferhunde und große Rassen.

  • Bandscheibenveränderungen und Instabilität

  • Übergewicht

  • Fehlbelastungen, etwa durch Schonhaltungen bei anderen orthopädischen Problemen

  • Verletzungen der Wirbelsäule

Wann machen Spondylosen Beschwerden?

Die Zubildungen selbst schmerzen meist nicht. Beschwerden entstehen eher, wenn:

  • eine Brücke frisch entsteht oder bricht

  • die Zubildungen auf Nervenwurzeln drücken, zum Beispiel an den Seiten des Wirbelkanals oder am Übergang zum Kreuzbein

  • gleichzeitig ein Bandscheibenproblem besteht

  • die Rückenmuskulatur verspannt ist

Mögliche Anzeichen

  • steifer Gang, vor allem nach dem Liegen

  • Schmerzen beim Aufstehen, Springen oder Treppensteigen

  • aufgekrümmter Rücken, Empfindlichkeit bei Berührung

  • Muskelabbau an Rücken und Hinterhand

  • Gereiztheit oder Rückzug

Lähmungserscheinungen durch Spondylosen allein sind selten. Treten neurologische Ausfälle auf, steckt oft ein Bandscheibenvorfall oder eine andere Ursache dahinter. Das muss abgeklärt werden.

Diagnose

  • Röntgen: zeigt Spondylosen gut

  • Orthopädische und neurologische Untersuchung: klärt, ob die Spondylosen wirklich die Ursache der Beschwerden sind

  • CT oder MRT: bei Verdacht auf Nervenkompression oder Bandscheibenvorfall

Weil Spondylosen so häufig sind, sollte bei Beschwerden immer geprüft werden, ob nicht eine andere Ursache wie Arthrose, Cauda-equina-Syndrom oder ein Kreuzbandproblem dahintersteckt.

Behandlung

Spondylosen lassen sich nicht rückgängig machen. Ziel ist, Schmerzen zu lindern und die Beweglichkeit zu erhalten.

  • Schmerztherapie: entzündungshemmende Schmerzmittel (NSAIDs) wie Carprofen oder Meloxicam, bei Bedarf weitere Schmerzmittel

  • Physiotherapie: Massagen, Mobilisation, Stabilisationsübungen für die Rumpfmuskulatur, Unterwasserlaufband

  • Wärme bei Verspannungen, zum Beispiel Rotlicht

  • Ergänzend: Lasertherapie oder Akupunktur

  • Operation: nur in seltenen Fällen bei Nervenkompression

Omega-3-Fettsäuren aus Fisch- oder Algenöl können entzündliche Prozesse unterstützend beeinflussen. Für Glucosamin und Chondroitin ist die Wirkung bei Wirbelsäulenproblemen nicht belegt.

Unterstützung im Alltag

  • Normalgewicht halten

  • Regelmäßige, moderate Bewegung, um die Muskulatur zu erhalten

  • keine Sprünge, kein abruptes Abbremsen

  • Rampe für Auto und Sofa, rutschfeste Böden

  • Wärmender Hundemantel im Winter

  • Orthopädisches Hundebett

Wann solltest du zum Tierarzt?

  • bei Rückenschmerzen, aufgekrümmtem Rücken oder Zittern

  • bei Lahmheit oder Steifheit, die nicht besser wird

  • sofort bei Schwäche der Hinterbeine, Überköten oder Lähmungserscheinungen

Unser Fazit

Spondylosen sind bei älteren Hunden sehr häufig und oft harmlos. Entscheidend ist, ob dein Hund Beschwerden hat, und wenn ja, ob sie wirklich von den Spondylosen kommen.

Mit Schmerztherapie bei Bedarf, Physiotherapie, Normalgewicht und angepasster Bewegung können die meisten Hunde mit Spondylosen gut leben.

Häufige Fragen zu Spondylosen beim Hund

Sind Spondylosen heilbar?

Nein, die Zubildungen bleiben. Beschwerden lassen sich aber meist gut behandeln, und viele Hunde haben gar keine.

Darf mein Hund mit Spondylosen noch spazieren gehen?

Ja, regelmäßige moderate Bewegung ist sogar wichtig, um die Muskulatur zu erhalten. Vermeide nur Sprünge und abrupte Bewegungen.

Werden Spondylosen schlimmer?

Sie können mit der Zeit zunehmen. Das bedeutet aber nicht automatisch mehr Beschwerden.

Hilft Physiotherapie bei Spondylosen?

Ja, gezielter Muskelaufbau und das Lösen von Verspannungen helfen vielen Hunden deutlich.

Hinweis: Dieser Beitrag ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei Rückenschmerzen oder Lähmungserscheinungen wende dich bitte umgehend an deinen Tierarzt.

Quellen

  • Levine G. J. et al. (2006): Evaluation of the association between spondylosis deformans and clinical signs of intervertebral disk disease in dogs: 172 cases (1999–2000), JAVMA 228(1):96–100

  • Dewey C. W., da Costa R. C. (2016): Practical Guide to Canine and Feline Neurology, 3. Auflage, Wiley-Blackwell

  • Millis D. L., Levine D. (Hrsg.) (2014): Canine Rehabilitation and Physical Therapy, 2. Auflage, Elsevier Saunders

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