Erste Hilfe für Hunde: So legst du einen Pfotenverband richtig an
Aktualisiert: vor 3 Stunden

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Ein Scherbe im Gras, ein eingerissener Ballen oder eine abgebrochene Kralle: Pfotenverletzungen passieren schnell und bluten oft stark. Ein richtig angelegter Pfotenverband schützt die Wunde, stillt Blutungen und überbrückt die Zeit bis zum Tierarzt.
In dieser Anleitung erfährst du, was in deine Hausapotheke gehört, wie du Schritt für Schritt einen Pfotenverband anlegst, worauf du achten musst und wann dein Hund sofort zum Tierarzt sollte.
Das brauchst du für einen Pfotenverband
Wunddesinfektion für Tiere oder für Schleimhäute geeignet, zum Beispiel Octenisept
sterile Wundauflagen (Kompressen)
Polsterwatte oder Polsterbinde
elastische Mullbinde
selbsthaftende Bandage
wasserfestes Klebeband (Tape)
Schere mit abgerundeter Spitze
optional: Pfotenschuh oder Socke zum Schutz beim Gassi
Unsere Empfehlungen für die Hausapotheke
Polsterbinde/Polsterwatte als weiche Grundlage für den Verband:

Elastische Mullbinden zum Fixieren:
Octenisept Wunddesinfektion zum Reinigen der Wunde:

Selbsthaftende Bandage als äußere Schicht:
Schritt für Schritt: So legst du einen Pfotenverband an
Ruhe bewahren: Sprich ruhig mit deinem Hund. Lass ihn am besten von einer zweiten Person halten und ablenken. Auch liebe Hunde können vor Schmerz schnappen, bei Bedarf eine Maulschlinge verwenden.
Blutung stoppen: Bei starker Blutung eine Kompresse auf die Wunde drücken und einige Minuten halten.
Wunde reinigen: Schmutz und sichtbare Fremdkörper vorsichtig entfernen und die Wunde mit Wunddesinfektion spülen. Tief steckende Fremdkörper nicht herausziehen, das macht der Tierarzt.
Wundauflage: Eine sterile Kompresse auf die Wunde legen.
Polstern: Lange Wattestreifen zwischen die Zehen und unter die Daumenkralle legen. Sie sollten ein Stück überstehen, damit sie nicht verrutschen. Dann einen pfotenbreiten Wattestreifen von der Oberseite über die Spitze bis zur Unterseite legen.
Mullbinde: Die Binde einmal längs von der Oberseite zur Unterseite führen, dann einige Male um die Pfote wickeln, von den Zehen nach oben. Fest genug, dass der Verband hält, aber nicht einschnüren.
Äußere Schicht: Mit selbsthaftender Bandage umwickeln, wieder ohne Zug.
Fixieren: Am oberen Ende ein Stück wasserfestes Tape so ansetzen, dass etwa die Hälfte auf dem Fell klebt. So rutscht der Verband nicht ab.

Darauf musst du achten
Nicht zu fest: Schwellen die Zehen an, werden sie kalt oder leckt und beißt dein Hund ständig am Verband, ist er zu eng. Dann sofort lockern oder abnehmen.
Trocken halten: Beim Gassi einen Pfotenschuh oder eine Socke mit Tüte darüberziehen. Ein nasser Verband fördert Infektionen.
Regelmäßig wechseln: in der Regel täglich oder nach Anweisung des Tierarztes
Ablecken verhindern: Halskragen oder Body, wenn dein Hund den Verband abknabbert
Hausmittel vermeiden: keinen Kleber, kein Puder oder Salben ohne Rücksprache in die Wunde
Wann sofort zum Tierarzt?
bei starken Blutungen, die nach etwa zehn Minuten Druck nicht aufhören
bei tiefen oder klaffenden Schnitten, vor allem an den Ballen
bei Bissverletzungen
bei Fremdkörpern, die tief in der Pfote stecken
wenn dein Hund die Pfote gar nicht mehr belastet
bei Schwellung, Wärme, Eiter oder Geruch in den Tagen danach
Ballenverletzungen heilen oft schlecht, weil sie bei jedem Schritt belastet werden. Tiefe Schnitte müssen meist genäht werden, am besten innerhalb weniger Stunden.
Unser Fazit
Ein gut angelegter Pfotenverband ist eine wichtige Erste-Hilfe-Maßnahme. Mit dem richtigen Material und etwas Übung schützt du die Wunde und verschaffst dir Zeit bis zum Tierarzt. Ersetzen kann er die tierärztliche Versorgung bei tieferen Verletzungen aber nicht.
Tipp: Üb das Anlegen einmal in Ruhe, wenn nichts passiert ist. Im Ernstfall geht es dann viel leichter.
Häufige Fragen zum Pfotenverband beim Hund
Wie lange darf ein Pfotenverband drauf bleiben?
In der Regel nicht länger als 24 Stunden ohne Kontrolle. Nach Absprache mit dem Tierarzt kann er manchmal länger bleiben.
Kann ich auch eine Socke als Verband nehmen?
Eine Socke kann den Verband schützen, ersetzt ihn aber nicht. Sie sollte nicht einschnüren.
Darf mein Hund mit Verband spazieren gehen?
Kurze Runden an der Leine, mit einem Pfotenschuh oder einer Tüte darüber, damit der Verband trocken und sauber bleibt.
Welches Desinfektionsmittel ist geeignet?
Mittel, die für Wunden und Schleimhäute geeignet sind und nicht brennen. Alkohol und Wasserstoffperoxid sind ungeeignet.
Hinweis: Dieser Beitrag ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei tiefen Wunden oder starken Blutungen bring deinen Hund bitte sofort zum Tierarzt.
Quellen
Campbell B. G. (2006): Dressings, bandages, and splints for wound management in dogs and cats, Veterinary Clinics of North America: Small Animal Practice 36(4):759–791
Fossum T. W. (Hrsg.) (2019): Small Animal Surgery, 5. Auflage, Elsevier
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