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Hot Spots beim Hund: Erste Hilfe, Ursachen und wie du neuen Hot Spots vorbeugst

Unsere Fellnase
vor 4 Stunden
4 Min. Lesezeit
Tierärztin reinigt einen Hot Spot an der Wange eines Hundes
Hot Spots entstehen oft über Nacht: schnell reinigen, trocken halten und die Ursache finden

Gestern war die Stelle noch unauffällig, heute ist sie feucht, rot, nässend und dein Hund lässt dich kaum ran: Hot Spots entstehen oft innerhalb weniger Stunden. Sie sehen dramatisch aus, sind sehr schmerzhaft, lassen sich aber gut behandeln, wenn man schnell und richtig reagiert.

In diesem Ratgeber erfährst du, was ein Hot Spot ist, warum er entsteht, was du als Erste Hilfe tun kannst, wann du zum Tierarzt musst und wie du neuen Hot Spots vorbeugst.

Was ist ein Hot Spot?

Ein Hot Spot ist eine akute, oberflächliche, nässende Hautentzündung. Fachleute sprechen von einer pyotraumatischen Dermatitis. Sie entsteht, wenn sich ein Hund an einer juckenden oder schmerzenden Stelle intensiv kratzt, leckt oder knabbert. Die Haut wird verletzt, wird feucht, Bakterien vermehren sich, und der Juckreiz wird noch stärker. Ein Teufelskreis.

So erkennst du einen Hot Spot

  • scharf begrenzte, runde, rote und feuchte Stelle

  • nässend, oft mit gelblichem Sekret und verklebtem Fell

  • entsteht sehr schnell, oft über Nacht

  • sehr schmerzhaft und juckend

  • häufig an Wangen, Hals, Schwanzansatz, Hüfte und Oberschenkeln

Manchmal steckt eine tiefere Hautinfektion dahinter, eine sogenannte pyotraumatische Follikulitis. Hinweise darauf sind verdickte Haut und kleine Pusteln am Rand der Stelle. Sie braucht meist eine intensivere tierärztliche Behandlung.

Ursachen: Was steckt hinter dem Juckreiz?

Ein Hot Spot ist immer die Folge eines Auslösers, der den Hund zum Kratzen bringt:

  • Flöhe, besonders bei einer Flohspeichelallergie

  • Allergien: atopische Dermatitis oder Futtermittelallergie

  • Ohrenentzündungen: führen oft zu Hot Spots an der Wange, siehe Ohrenentzündungen

  • Analbeutelprobleme: Hot Spots am Schwanzansatz

  • Grasmilben und andere Parasiten

  • feuchtes, dichtes Fell, zum Beispiel nach dem Schwimmen oder Baden, das nicht richtig trocknet

  • Schmerzen, etwa an Gelenken, an denen der Hund leckt

  • Stress oder Langeweile, seltener

Besonders häufig betroffen sind Hunde mit dichter Unterwolle, zum Beispiel Golden Retriever, Labrador, Neufundländer, Berner Sennenhund und Deutscher Schäferhund, und das vor allem bei warmem, feuchtem Wetter.

Erste Hilfe bei einem Hot Spot

  1. Ruhe bewahren: Die Stelle ist sehr schmerzhaft. Gehe vorsichtig vor, bei Bedarf mit einer zweiten Person.

  2. Fell kürzen: Wenn dein Hund es zulässt, das Fell rund um die Stelle vorsichtig mit einer Schermaschine kürzen, damit Luft rankommt. Keine spitze Schere direkt an der Wunde verwenden.

  3. Reinigen: Die Stelle sanft mit einer milden, nicht brennenden antiseptischen Lösung reinigen, zum Beispiel einer Spüllösung auf Basis von hypochloriger Säure wie skinHELP oder einer verdünnten Chlorhexidin-Lösung.

  4. Trocken halten: Vorsichtig trocken tupfen, nicht reiben.

  5. Lecken und Kratzen verhindern: Halskragen, Body oder eine Socke an der Hinterpfote können helfen.

  6. Zum Tierarzt: Bei größeren, tiefen oder sehr schmerzhaften Hot Spots am besten noch am selben oder nächsten Tag.

Was du besser nicht tun solltest

  • keine fettigen Salben oder Cremes, die die Stelle abdecken und feucht halten

  • keine Verbände, die die Feuchtigkeit einschließen

  • kein Teebaumöl oder andere ätherische Öle, sie können die Haut reizen und sind beim Ablecken giftig

  • kein Alkohol, Jod oder Wasserstoffperoxid, das brennt stark

  • keine Hausmittel wie Essig oder Zitrone

Tierärztliche Behandlung

  • Scheren und gründliche Reinigung, oft unter leichter Sedierung, weil die Stelle so schmerzhaft ist

  • Kortisonhaltige Sprays oder Cremes gegen Entzündung und Juckreiz

  • antiseptische Lösungen zur Pflege zu Hause

  • bei tieferer Infektion Antibiotika, wenn möglich nach Zytologie oder Bakterienkultur

  • juckreizstillende Medikamente, damit der Hund aufhört zu kratzen, siehe unser Medikamenten-Vergleich

  • Behandlung der Ursache: Flohschutz, Allergiemanagement, Ohren- oder Analbeutelbehandlung

Mit der richtigen Behandlung heilen Hot Spots meist innerhalb von sieben bis zehn Tagen ab.

Hot Spots vorbeugen

  • konsequenter, ganzjähriger Flohschutz

  • Allergien abklären und gut einstellen

  • Fell nach Baden und Schwimmen gründlich trocknen, auch die Unterwolle

  • regelmäßiges Bürsten, besonders im Fellwechsel, damit sich keine Feuchtigkeit staut

  • Ohren regelmäßig kontrollieren

  • bei ersten Anzeichen von verstärktem Lecken oder Kratzen sofort nachschauen

Wann solltest du sofort zum Tierarzt?

  • wenn der Hot Spot größer als eine Münze ist oder sich schnell ausbreitet

  • bei mehreren Hot Spots gleichzeitig

  • bei starken Schmerzen oder wenn dein Hund dich nicht ranlässt

  • bei Fieber, Abgeschlagenheit oder Appetitlosigkeit

  • bei Hot Spots in der Nähe der Augen

  • wenn die Stelle nach zwei bis drei Tagen nicht deutlich besser ist

  • wenn Hot Spots immer wiederkommen

Unser Fazit

Hot Spots entstehen schnell und sehen schlimm aus, lassen sich aber gut behandeln. Wichtig sind schnelles Handeln, eine trockene, saubere Wunde und vor allem die Suche nach der Ursache, denn ohne sie kommen die Hot Spots immer wieder.

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Häufige Fragen zu Hot Spots beim Hund

Ist ein Hot Spot ansteckend?

Nein, für andere Hunde und Menschen ist ein Hot Spot nicht ansteckend.

Wie lange dauert es, bis ein Hot Spot abheilt?

Mit der richtigen Behandlung meist etwa eine bis zwei Wochen. Bis das Fell nachgewachsen ist, dauert es länger.

Kann ich einen Hot Spot selbst behandeln?

Kleine, oberflächliche Stellen kannst du mit Reinigung, Trocknung und Leckschutz erstversorgen. Bei größeren, tiefen oder wiederkehrenden Hot Spots solltest du aber zum Tierarzt.

Warum bekommt mein Hund immer wieder Hot Spots?

Meist steckt eine unbehandelte Ursache dahinter, häufig eine Allergie oder Flöhe. Dann sollte die Ursache gezielt abgeklärt werden.

Hinweis: Dieser Beitrag ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei größeren oder schmerzhaften Hot Spots wende dich bitte an deinen Tierarzt.

Quellen

  • Holm B. R., Rest J. R., Seewald W. (2004): A prospective study of the clinical findings, treatment and histopathology of 44 cases of pyotraumatic dermatitis, Veterinary Dermatology 15(6):369–376

  • Hillier A. et al. (2014): Guidelines for the diagnosis and antimicrobial therapy of canine superficial bacterial folliculitis (ISCAID), Veterinary Dermatology 25(3):163–e43

  • Mueller R. S. et al. (2012): A review of topical therapy for skin infections with bacteria and yeast, Veterinary Dermatology 23(4):330–e62

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