Hot Spots beim Hund: Erste Hilfe, Ursachen und wie du neuen Hot Spots vorbeugst

Gestern war die Stelle noch unauffällig, heute ist sie feucht, rot, nässend und dein Hund lässt dich kaum ran: Hot Spots entstehen oft innerhalb weniger Stunden. Sie sehen dramatisch aus, sind sehr schmerzhaft, lassen sich aber gut behandeln, wenn man schnell und richtig reagiert.
In diesem Ratgeber erfährst du, was ein Hot Spot ist, warum er entsteht, was du als Erste Hilfe tun kannst, wann du zum Tierarzt musst und wie du neuen Hot Spots vorbeugst.
Was ist ein Hot Spot?
Ein Hot Spot ist eine akute, oberflächliche, nässende Hautentzündung. Fachleute sprechen von einer pyotraumatischen Dermatitis. Sie entsteht, wenn sich ein Hund an einer juckenden oder schmerzenden Stelle intensiv kratzt, leckt oder knabbert. Die Haut wird verletzt, wird feucht, Bakterien vermehren sich, und der Juckreiz wird noch stärker. Ein Teufelskreis.
So erkennst du einen Hot Spot
scharf begrenzte, runde, rote und feuchte Stelle
nässend, oft mit gelblichem Sekret und verklebtem Fell
entsteht sehr schnell, oft über Nacht
sehr schmerzhaft und juckend
häufig an Wangen, Hals, Schwanzansatz, Hüfte und Oberschenkeln
Manchmal steckt eine tiefere Hautinfektion dahinter, eine sogenannte pyotraumatische Follikulitis. Hinweise darauf sind verdickte Haut und kleine Pusteln am Rand der Stelle. Sie braucht meist eine intensivere tierärztliche Behandlung.
Ursachen: Was steckt hinter dem Juckreiz?
Ein Hot Spot ist immer die Folge eines Auslösers, der den Hund zum Kratzen bringt:
Flöhe, besonders bei einer Flohspeichelallergie
Allergien: atopische Dermatitis oder Futtermittelallergie
Ohrenentzündungen: führen oft zu Hot Spots an der Wange, siehe Ohrenentzündungen
Analbeutelprobleme: Hot Spots am Schwanzansatz
Grasmilben und andere Parasiten
feuchtes, dichtes Fell, zum Beispiel nach dem Schwimmen oder Baden, das nicht richtig trocknet
Schmerzen, etwa an Gelenken, an denen der Hund leckt
Stress oder Langeweile, seltener
Besonders häufig betroffen sind Hunde mit dichter Unterwolle, zum Beispiel Golden Retriever, Labrador, Neufundländer, Berner Sennenhund und Deutscher Schäferhund, und das vor allem bei warmem, feuchtem Wetter.
Erste Hilfe bei einem Hot Spot
Ruhe bewahren: Die Stelle ist sehr schmerzhaft. Gehe vorsichtig vor, bei Bedarf mit einer zweiten Person.
Fell kürzen: Wenn dein Hund es zulässt, das Fell rund um die Stelle vorsichtig mit einer Schermaschine kürzen, damit Luft rankommt. Keine spitze Schere direkt an der Wunde verwenden.
Reinigen: Die Stelle sanft mit einer milden, nicht brennenden antiseptischen Lösung reinigen, zum Beispiel einer Spüllösung auf Basis von hypochloriger Säure wie skinHELP oder einer verdünnten Chlorhexidin-Lösung.
Trocken halten: Vorsichtig trocken tupfen, nicht reiben.
Lecken und Kratzen verhindern: Halskragen, Body oder eine Socke an der Hinterpfote können helfen.
Zum Tierarzt: Bei größeren, tiefen oder sehr schmerzhaften Hot Spots am besten noch am selben oder nächsten Tag.
Was du besser nicht tun solltest
keine fettigen Salben oder Cremes, die die Stelle abdecken und feucht halten
keine Verbände, die die Feuchtigkeit einschließen
kein Teebaumöl oder andere ätherische Öle, sie können die Haut reizen und sind beim Ablecken giftig
kein Alkohol, Jod oder Wasserstoffperoxid, das brennt stark
keine Hausmittel wie Essig oder Zitrone
Tierärztliche Behandlung
Scheren und gründliche Reinigung, oft unter leichter Sedierung, weil die Stelle so schmerzhaft ist
Kortisonhaltige Sprays oder Cremes gegen Entzündung und Juckreiz
antiseptische Lösungen zur Pflege zu Hause
bei tieferer Infektion Antibiotika, wenn möglich nach Zytologie oder Bakterienkultur
juckreizstillende Medikamente, damit der Hund aufhört zu kratzen, siehe unser Medikamenten-Vergleich
Behandlung der Ursache: Flohschutz, Allergiemanagement, Ohren- oder Analbeutelbehandlung
Mit der richtigen Behandlung heilen Hot Spots meist innerhalb von sieben bis zehn Tagen ab.
Hot Spots vorbeugen
konsequenter, ganzjähriger Flohschutz
Allergien abklären und gut einstellen
Fell nach Baden und Schwimmen gründlich trocknen, auch die Unterwolle
regelmäßiges Bürsten, besonders im Fellwechsel, damit sich keine Feuchtigkeit staut
Ohren regelmäßig kontrollieren
bei ersten Anzeichen von verstärktem Lecken oder Kratzen sofort nachschauen
Wann solltest du sofort zum Tierarzt?
wenn der Hot Spot größer als eine Münze ist oder sich schnell ausbreitet
bei mehreren Hot Spots gleichzeitig
bei starken Schmerzen oder wenn dein Hund dich nicht ranlässt
bei Fieber, Abgeschlagenheit oder Appetitlosigkeit
bei Hot Spots in der Nähe der Augen
wenn die Stelle nach zwei bis drei Tagen nicht deutlich besser ist
wenn Hot Spots immer wiederkommen
Unser Fazit
Hot Spots entstehen schnell und sehen schlimm aus, lassen sich aber gut behandeln. Wichtig sind schnelles Handeln, eine trockene, saubere Wunde und vor allem die Suche nach der Ursache, denn ohne sie kommen die Hot Spots immer wieder.
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Häufige Fragen zu Hot Spots beim Hund
Ist ein Hot Spot ansteckend?
Nein, für andere Hunde und Menschen ist ein Hot Spot nicht ansteckend.
Wie lange dauert es, bis ein Hot Spot abheilt?
Mit der richtigen Behandlung meist etwa eine bis zwei Wochen. Bis das Fell nachgewachsen ist, dauert es länger.
Kann ich einen Hot Spot selbst behandeln?
Kleine, oberflächliche Stellen kannst du mit Reinigung, Trocknung und Leckschutz erstversorgen. Bei größeren, tiefen oder wiederkehrenden Hot Spots solltest du aber zum Tierarzt.
Warum bekommt mein Hund immer wieder Hot Spots?
Meist steckt eine unbehandelte Ursache dahinter, häufig eine Allergie oder Flöhe. Dann sollte die Ursache gezielt abgeklärt werden.
Hinweis: Dieser Beitrag ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei größeren oder schmerzhaften Hot Spots wende dich bitte an deinen Tierarzt.
Quellen
Holm B. R., Rest J. R., Seewald W. (2004): A prospective study of the clinical findings, treatment and histopathology of 44 cases of pyotraumatic dermatitis, Veterinary Dermatology 15(6):369–376
Hillier A. et al. (2014): Guidelines for the diagnosis and antimicrobial therapy of canine superficial bacterial folliculitis (ISCAID), Veterinary Dermatology 25(3):163–e43
Mueller R. S. et al. (2012): A review of topical therapy for skin infections with bacteria and yeast, Veterinary Dermatology 23(4):330–e62
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