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Ausschlussdiät beim Hund: So findest du eine Futtermittelallergie zuverlässig

Unsere Fellnase
6. März 2024
4 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 5 Stunden

Border Collie neben einem Napf mit selbst gekochter Ausschlussdiät
Eine Eiweißquelle, eine Kohlenhydratquelle und ein Tagebuch: die Basis jeder Ausschlussdiät

Dein Hund kratzt sich, leckt die Pfoten, hat immer wieder Ohrenentzündungen oder weichen Kot, und du vermutest das Futter als Ursache? Dann führt kein Weg an der Ausschlussdiät (auch Eliminationsdiät genannt) vorbei. Sie ist der einzige verlässliche Weg, eine Futtermittelallergie zu erkennen.

In diesem Ratgeber erfährst du, wann eine Ausschlussdiät sinnvoll ist, wie du sie richtig durchführst, welches Fleisch sich eignet, wie die Provokation funktioniert und welche Fehler du vermeiden solltest.

Wann ist eine Ausschlussdiät sinnvoll?

  • bei ganzjährigem Juckreiz, Pfotenlecken, Rötungen

  • bei wiederkehrenden Ohrenentzündungen

  • bei Haut- und Verdauungsproblemen gleichzeitig, etwa weichem Kot oder mehr als drei Kotabsätzen am Tag

  • wenn eine Umweltallergie diagnostiziert werden soll: Vorher muss eine Futtermittelallergie ausgeschlossen werden

Vor dem Start sollte der Tierarzt Parasiten ausschließen und Infektionen mit Bakterien oder Hefepilzen behandeln. Sonst lässt sich der Erfolg der Diät nicht beurteilen.

Warum nicht einfach ein Allergietest?

Bluttests, Haar- oder Speicheltests auf Futtermittelallergien sind nicht zuverlässig. Sie zeigen oft falsche Ergebnisse, und ein Futter auf ihrer Basis auszuwählen, führt häufig in die Irre. Die Ausschlussdiät ist durch nichts zu ersetzen.

Die Grundregeln

  • Neue Quellen: genau eine Eiweißquelle und eine Kohlenhydratquelle, die dein Hund noch nie gefressen hat. Alternativ ein hydrolysiertes Diätfutter vom Tierarzt, bei dem die Eiweiße so klein aufgespalten sind, dass das Immunsystem sie nicht mehr erkennt.

  • Sofort umstellen: Anders als bei einem normalen Futterwechsel wird direkt auf die Diät umgestellt, ohne langsames Mischen. Sonst ist die Diät von Anfang an verfälscht.

  • Nichts anderes: keine Leckerlis, Kauartikel, Zahnpflegesnacks, Tischreste, Öle oder Ergänzungen außerhalb des Plans. Auch aromatisierte Tabletten, Wurmkuren und Zahnpasta mit Geschmack mit dem Tierarzt besprechen.

  • Lange genug: mindestens 8 Wochen. Der Darm reagiert oft schneller, die Haut braucht länger. Manche Hunde brauchen bis zu 12 Wochen.

  • Vollständig ergänzt: Wer selbst kocht, braucht eine passende Mineralstoff- und Vitaminergänzung, die selbst keine möglichen Allergene enthält. Am besten die Ration von einer Ernährungsberatung berechnen lassen.

Welches Fleisch ist das richtige?

Kein Fleisch ist von sich aus hypoallergen. Sorten wie Pferd, Wild, Känguru oder Insekten werden oft so beworben. Entscheidend ist aber allein, ob dein Hund dieses Eiweiß schon einmal gefressen hat. Schau dafür auch in die Zutatenlisten früherer Futter, Leckerlis und Kauartikel.

Bedenke außerdem: Verwandte Tierarten können kreuzreagieren, zum Beispiel verschiedene Geflügelsorten untereinander. Und Fertigfutter enthält manchmal Spuren anderer Tierarten, die nicht auf dem Etikett stehen.

Achtung Histamin

Manche Hunde reagieren nicht auf ein Eiweiß, sondern auf Histamin. Der Histamingehalt hängt stark von Reifung, Lagerung und Frische ab. Lange gereiftes Fleisch, oft Wild, aber auch Pferd, Innereien, Fisch und Fleisch, das nicht konsequent gekühlt wurde, können viel Histamin enthalten. Gerade die als hypoallergen beworbenen Sorten Pferd und Wild sind deshalb nicht automatisch eine gute Wahl. Mehr dazu in unserem Beitrag zur Histaminintoleranz.

Ablauf Schritt für Schritt

  1. Vorbereitung: Fütterungsgeschichte vollständig aufschreiben. Mit dem Tierarzt Eiweiß- und Kohlenhydratquelle oder ein Hydrolysat festlegen. Flohschutz sicherstellen, Infektionen behandeln.

  2. Tag 1: Sofort und vollständig auf die Diät umstellen. Alle anderen Futtermittel aus dem Haus oder außer Reichweite.

  3. Woche 1 bis 8: Strikt bei der Diät bleiben, ein Diättagebuch führen und den Juckreiz wöchentlich von 0 bis 10 bewerten. Ausrutscher notieren.

  4. Bilanz nach 8 Wochen: Deutlich weniger Juckreiz und besserer Kot sprechen für eine Futtermittelallergie. Keine Besserung: mit dem Tierarzt bewerten, eventuell verlängern oder andere Quellen wählen.

  5. Provokation: Das frühere Futter wieder füttern. Kommen die Beschwerden innerhalb von Tagen bis zwei Wochen zurück, ist die Futtermittelallergie bestätigt.

  6. Einzelprovokation: Danach einzelne Zutaten nacheinander testen, jeweils bis zu 14 Tage. So entsteht deine persönliche Liste verträglicher und unverträglicher Zutaten.

Warum die Provokation so wichtig ist

Viele Halter lassen sie aus Sorge weg, weil es dem Hund endlich besser geht. Doch nur die Provokation zeigt, ob die Besserung wirklich am Futter lag oder zum Beispiel an der Jahreszeit oder an der Behandlung einer Infektion. Und sie zeigt dir, welche Zutaten du künftig meiden musst.

Die häufigsten Fehler

  • ein Leckerli zwischendurch, ein Kauartikel oder Reste vom Tisch

  • langsames Umstellen statt sofortigem Wechsel

  • zu früh abbrechen, bevor die Haut Zeit hatte, sich zu erholen

  • eine Zutat gewählt, die schon in einem früheren Futter oder Leckerli steckte

  • beim Selbstkochen die Mineralstoff- und Vitaminergänzung vergessen

  • Infektionen nicht behandelt, sodass der Juckreiz trotz Diät bleibt

  • keine Provokation durchgeführt

Unser Fazit

Die Ausschlussdiät ist anstrengend, aber sie ist der einzige zuverlässige Weg, eine Futtermittelallergie zu erkennen. Entscheidend sind wirklich neue Zutaten, ein sofortiger Wechsel, mindestens acht Wochen Konsequenz und eine anschließende Provokation.

Eine Checkliste, einen 8-Wochen-Plan und ein Diättagebuch zum Ausdrucken findest du in unserem kostenlosen Allergie-Starterkit.

🐾 Kostenloses Allergie-Starterkit: Checkliste, Vorbereitungsbogen für den Tierarzt, Juckreiz-Tagebuch und 8-Wochen-Plan für die Ausschlussdiät – 16 Seiten zum Ausdrucken, kostenlos per E-Mail.

Häufige Fragen zur Ausschlussdiät beim Hund

Darf ich während der Ausschlussdiät Leckerlis geben?

Nur aus genau den Zutaten der Diät, zum Beispiel getrocknete Stücke des gleichen Fleisches. Alles andere verfälscht das Ergebnis.

Warum sofort umstellen und nicht langsam?

Bei einem langsamen Wechsel bekommt dein Hund weiter die alten Zutaten. Der Zeitraum ohne mögliche Allergene beginnt erst mit dem vollständigen Wechsel.

Was, wenn sich nach 8 Wochen nichts gebessert hat?

Dann sprich mit deinem Tierarzt: Eventuell braucht dein Hund mehr Zeit, eine andere Eiweißquelle, oder die Beschwerden haben eine andere Ursache, etwa eine Umweltallergie.

Ist Fertigfutter mit nur einer Eiweißquelle geeignet?

Nicht immer. Studien zeigen, dass viele Fertigfutter Spuren nicht deklarierter Tierarten enthalten. Hydrolysierte Diäten vom Tierarzt oder selbst gekochte Rationen sind meist sicherer.

Hinweis: Dieser Beitrag ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bitte führe die Ausschlussdiät in Absprache mit deinem Tierarzt durch.

Quellen

  • Olivry T., Mueller R. S., Prélaud P. (2015): Critically appraised topic on adverse food reactions of companion animals (1): duration of elimination diets, BMC Veterinary Research 11:225

  • Mueller R. S., Olivry T., Prélaud P. (2016): Critically appraised topic on adverse food reactions of companion animals (2): common food allergen sources in dogs and cats, BMC Veterinary Research 12:9

  • Mueller R. S., Olivry T. (2017): Critically appraised topic on adverse food reactions of companion animals (4): can we diagnose adverse food reactions in dogs and cats with in vivo or in vitro tests?, BMC Veterinary Research 13:275

  • Olivry T., Mueller R. S. (2018): Critically appraised topic on adverse food reactions of companion animals (5): discrepancies between ingredients and labeling in commercial pet foods, BMC Veterinary Research 14:24

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