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Schwefelblüte für Hunde: Anwendung bei Juckreiz, Milben und Hautproblemen

Unsere Fellnase
7. Juni 2024
4 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 2 Stunden

Schwefelblüte für Hunde
Schwefelblüte: aus natürlichem Schwefel gewonnen, als feines Pulver bei Juckreiz und Hautproblemen

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Schwefelblüte ist ein altes Hausmittel, das viele Hundehalter vor allem bei Juckreiz, Grasmilben und Hautproblemen einsetzen. In diesem Beitrag erfährst du, was Schwefelblüte genau ist, wofür sie beim Hund verwendet wird, was die Wissenschaft dazu sagt und worauf du bei der Anwendung unbedingt achten solltest.

Schwefelblüte (Schwefelpulver)

Feines, gelbes Schwefelpulver zur äußerlichen Anwendung. Bitte beachte die Anwendungshinweise des Herstellers.


Was ist Schwefelblüte?

Schwefelblüte (lateinisch Sulfur sublimatum) ist fein gemahlener, reiner Schwefel in Form eines gelben Pulvers. Der Name kommt vom Herstellungsverfahren: Schwefel wird erhitzt, verdampft und schlägt sich dann als feiner, „blütenartiger“ Staub nieder.

Schwefel ist ein natürliches Element und kommt auch im Körper vor, zum Beispiel als Bestandteil der Aminosäuren Methionin und Cystein. Diese stecken unter anderem in Haut, Haaren, Krallen und Bindegewebe. Hunde nehmen den Schwefel, den sie brauchen, normalerweise ausreichend über eiweißreiches Futter auf.


Wofür wird Schwefelblüte beim Hund eingesetzt?

Äußerlich bei Juckreiz und Hautproblemen

Am häufigsten wird Schwefelblüte äußerlich angewendet, also auf Fell und Haut. Schwefel wirkt auf der Haut keratolytisch, löst also abgestorbene Hautschüppchen, und hat leicht antimikrobielle Eigenschaften. Deshalb steckt Schwefel seit langem auch in Hautpflegeprodukten und Shampoos.

Bei Grasmilben und anderen Milben

Viele Halter nutzen Schwefelblüte in der Grasmilbenzeit, zum Beispiel an Pfoten, Bauch und Beinen. In der Tiermedizin werden schwefelhaltige Präparate tatsächlich gegen Milben eingesetzt. Dabei handelt es sich allerdings meist um Schwefelkalk-Lösungen (Lime Sulfur) in festgelegter Konzentration, nicht um reine Schwefelblüte. Für Schwefelblüte als Hausmittel gibt es beim Hund keine kontrollierten Studien.

Mehr zu Grasmilben und wie du sie erkennst, liest du in unserem Beitrag zu Grasmilben beim Hund.

Innerlich

In der Naturheilkunde wird Schwefelblüte teilweise auch in sehr kleinen Mengen ins Futter gemischt. Belastbare Studien zu Nutzen und sicherer Dosierung beim Hund gibt es dazu nicht. Zu viel Schwefel kann Magen-Darm-Beschwerden auslösen und ist in größeren Mengen giftig. Wenn du Schwefelblüte innerlich geben möchtest, halte dich deshalb streng an die Herstellerangaben und sprich die Gabe vorher mit deinem Tierarzt oder deiner Tierheilpraktikerin ab.


Was Schwefelblüte nicht kann

  • Sie ersetzt keine tierärztliche Behandlung von Milbenbefall, Pilzinfektionen oder bakteriellen Hautentzündungen.

  • Sie ist kein zugelassenes Mittel gegen Flöhe oder Zecken. Für einen zuverlässigen Schutz brauchst du geprüfte Präparate.

  • Sie behandelt keine Allergie. Juckreiz hat oft eine Ursache, die abgeklärt werden sollte, zum Beispiel eine Umwelt- oder Futtermittelallergie.

Wenn dein Hund wiederkehrend Juckreiz hat, lohnt sich ein Blick auf mögliche Allergien. Mehr dazu in unseren Beiträgen zur Pollenallergie beim Hund und zum Intrakutantest.

Schwefelblüte (Schwefelpulver)

Feines, gelbes Schwefelpulver zur äußerlichen Anwendung. Bitte beachte die Anwendungshinweise des Herstellers.


Anwendung und Dosierung

Wie und wie viel Schwefelblüte du verwendest, hängt vom Produkt ab. Halte dich deshalb immer an die Anwendungshinweise des Herstellers auf der Verpackung.

Allgemeine Tipps für die äußerliche Anwendung:

  • Teste das Pulver zuerst an einer kleinen Hautstelle und beobachte, ob dein Hund es verträgt.

  • Achte darauf, dass dein Hund das Pulver nicht ableckt oder einatmet. Gesicht, Augen und Nase aussparen.

  • Nicht auf offene Wunden oder nässende Hautstellen geben.

  • Bei Rötungen, Brennen oder vermehrtem Kratzen sofort abwaschen und nicht weiter anwenden.

Wann zum Tierarzt? Wenn der Juckreiz stark ist, länger als ein paar Tage anhält, die Haut offen, schuppig oder haarlos wird oder dein Hund sich wund kratzt.


Schwefelblüte oder Schwefelseife?

Wer Schwefel lieber im Bad anwenden möchte, kann zu Schwefelseife greifen. Sie lässt sich leichter dosieren und wird wieder ausgespült, sodass der Hund nichts ablecken kann. Mehr dazu in unserem Beitrag zur Schwefelseife für Hunde.

Eine weitere sanfte Möglichkeit ist eine Spüllösung wie Seewinkler skinHELP, die man nach dem Spaziergang aufs Fell sprüht.


Häufige Fragen zu Schwefelblüte

Hilft Schwefelblüte gegen Juckreiz beim Hund?

Viele Halter berichten, dass sie bei leichtem Juckreiz, etwa in der Grasmilbenzeit, gute Erfahrungen gemacht haben. Wissenschaftlich belegt ist das für Schwefelblüte beim Hund nicht. Bei anhaltendem Juckreiz sollte immer die Ursache abgeklärt werden.

Wie dosiere ich Schwefelblüte?

Nach den Angaben des Herstellers. Für die innerliche Gabe gibt es keine wissenschaftlich gesicherte Dosierung beim Hund. Sprich sie deshalb vorher mit deinem Tierarzt ab.

Ist Schwefelblüte giftig für Hunde?

In kleinen Mengen äußerlich angewendet gilt sie als gut verträglich. In größeren Mengen geschluckt kann Schwefel giftig sein und Magen-Darm-Beschwerden verursachen. Bewahre das Pulver deshalb außer Reichweite deines Hundes auf.

Hilft Schwefelblüte gegen Zecken?

Dafür gibt es keine belastbaren Belege. Verlass dich beim Zeckenschutz nicht auf Schwefelblüte, sondern sprich mit deinem Tierarzt über geprüfte Mittel.


Quellen

  • Curtis C. F. (2004): Current trends in the treatment of Sarcoptes, Cheyletiella and Otodectes mite infestations in dogs and cats, Veterinary Dermatology 15(2):108–114

  • Mueller R. S. et al. (2012): A review of topical therapy for skin infections with bacteria and yeast, Veterinary Dermatology 23(4):330–e62

  • Herstellerangaben zur Anwendung von Schwefelblüte

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Fazit

Schwefelblüte ist ein bewährtes Hausmittel, das viele Hundehalter äußerlich bei Juckreiz und in der Grasmilbenzeit einsetzen. Ein Wundermittel ist sie nicht: Für die meisten Anwendungen fehlen Studien beim Hund, und innerlich ist Vorsicht geboten. Wer sie richtig einsetzt, sich an die Herstellerangaben hält und die Ursache von Juckreiz tierärztlich abklären lässt, hat ein günstiges, natürliches Hilfsmittel für die Hautpflege.


Hinweis: Dieser Beitrag ersetzt keine tierärztliche Beratung. Bei Hautproblemen, Juckreiz oder Parasitenbefall wende dich bitte an deinen Tierarzt.

Bücher von Sabina Kadic

Von der Autorin hinter Unsere Fellnase: Bücher über Demenz, Kommunikation, unsichtbare Krankheiten und mehr – einfühlsam und nah am Leben.

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